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Jahreshauptversammlung am 10.01.1970

 

Vorstand 1970

 

1. Vorsitzender:            Erika Abel

2. Vorsitzender:            Klaus Köchel

Schriftführer:                Renate Köchel

Kassiererin:                  Edith König

 

Das Jahr begann mit einem Wechsel in der Vereinsführung. Nach 24-jähriger männlicher Herrschaft übernahm nun ein weibliches Mitglied den Vorsitz.

 

24.01.1970: Kostümfest in den „Vier Taxbäumen“ in Brackwede.

Unter dem Motto „Hummel, Hummel, Mors, Mors“ trafen sich etwa 60 Seemannsleute, Piraten, Gauner und Gammler und andere Wesen um in ein paar ausgelassenen Stunden ihre Alltagssorgen zu vergessen. Fazit: Ein gelungener Abend.

 

08.-09.05.1970: Städtebegegnung Almelo/Holland – Bielefeld

Grund: Die 25. Wiederkehr des Tages des Einzugs der deutschen Truppen in Holland. Die „Koninklijke Almelosche Harmonie“ wollte als Versöhnungsgeste ein Konzert in Deutschland geben. Die holländischen Gäste wurden alle privat untergebracht.

 

08.05.1970: Zusammen mit Chören des Sängerkreises Ravensberg fand ein Gemeinschaftskonzert in der Oetkerhalle statt, bei dem 3 europäische Volkslider gesungen wurden: „Will ein lustig Liedchen bringen“, „Schlaf, mein Lieb“ und „Fandango“.

 

09.05.1970: Am Samstag veranstalteten die Holländer zwei Platzkonzerte. Vormittags am Leineweberbrunnen, nachmittags im Bürgerpark. Abends gab es ein geselliges Beisammensein im Winfriedhaus. Zunächst mit Kapelle, später dann ohne, so dass die Leineweber sich gezwungen sahen, für Unterhaltung und Stimmung zu sorgen. Später wurde berichtet, dass einige Mitglieder und Gäste erst im Morgengrauen zu Bett gekommen sind.

 

28.06.1970: Familienausflug in die Senne zum Heim des TV Einigkeit.

Wieder einmal regnete es in Strömen. Aber trotz Platzmangels und Regens war die Stimmung gut, zumal die Belieferung mit Kaffee und anderen Getränken ausgezeichnet klappte. Dank an die Versorger. Sie mussten an diesem Tag sehr viel leisten.

 

20.09.1970: Fahrt ins Blaue

Trotz aller Hindernisse – z.B. kurzfristiges Umbuchen auf einen kleineren Bus, ein defekter Dampfer, der ein weiteres Umdisponieren erzwang, ein nöckeliger und schlecht orientierter Fahrer und ein bis 11 Uhr völlig verhangener Himmel – verlief der Ausflug doch recht fröhlich. Bei einer verspäteten Dampferfahrt auf der Fulda hatte der Chor dann zum Ausgleich herrlichsten Sonnenschein. Nach dem Mittagessen – es wurde im Bus gepicknickt – machten die Mitglieder sich als Wandersleute stark. Der Spaziergang war zwar stellenweise etwas strapaziös, doch entschädigten den Chor herrliche Ausblicke auf das Wesertal und eine reiche Brombeerernte für die Strapazen. Schließlich gelang es auch, den Bus wiederzufinden.

 

17.10.1970: Stiftungsfest in den „Vier Taxbäumen“ in Brackwede.

Wie immer stand nach dem offiziellen Teil mit Ehrungen die Unterhaltung mit Spiel und Tanz im Vordergrund. Der Vergnügungsausschuß hatte wieder einmal ein buntes Programm zusammengestellt, das keinerlei Langeweile aufkommen ließ. Und wieder verging die zeit viel zu schnell.

 

02.12.1970: Musik zur Weihnacht in der Altstädter Nicolaikirche.

Es wurde lange überlegt, ob in diesem Jahr überhaupt ein Weihnachtskonzert durchgeführt werden sollte, da für 1971 ein großes Jubiläumskonzert geplant war. Trotzdem wagte man es. Aus technischen Gründen (Chor mit Orgelbegleitung) konnte der Chor nur etwa ¾ des Programms im Altarraum singen. Den restlichen Teil sang man von der Empore.

 

06.12.1970: Wieder einmal kam der Nikolaus zu den großen und kleinen Leinewebern. Diesmal führten Kinder der Chormitglieder ein kleines Weihnachtsstück auf. Sie machten ihre Sache sehr gut. Schon fast wie Profis.

 

20.12.1970: 4. Advent. Fast alle Mitglieder des Chores trafen sich zum Abschluß des Jahres noch einmal, um im Altersheim an der Kreuzstraße und im St. Franziskus Hospital mit mehreren Weihnachtsliedern ein wenig Freude zu bringen.

 

Auch die sportliche Seite des Chores kam im Jahre 1970 nicht zu kurz. An 3 Kegelabenden war Gelegenheit, die sportliche Kondition unter Beweis zu stellen.

Gesungen wurde außerdem bei einer Hochzeit und einer Silberhochzeit. Weiblichen Chornachwuchs gab es auch.

Das Jahr war zu Ende und vor dem Chor stand das Jubiläumsjahr 1971. Wird man die Aufgaben, die man sich gestellt hat, meistern? Das waren die Fragen, die alle bewegten, als man sich vom alten Jahr verabschiedete.

 

Jahreshauptversammlung 16.01.1971

 

Vorstand 1971

 

1. Vorsitzender:            Erika Abel

2. Vorsitzender:            Klaus Köchel

Schriftführer:                Renate Köchel

Kassiererin:                  Edith König

 Die Veranstaltungen des neuen Jahres eröffnete am 06.01.1971 das Kostümfest in den „Vier Taxbäumen“ in Brackwede unter dem Motto „Handel und Handwerk im Wandel der Jahrhunderte“. Schon der ideenreich geschmückte Saal sorgte von Anfang an für die richtige Stimmung.

Bäcker, Fleischer, Gärtner, Kammerzofen und Kellermeister gaben sich ein Stelldichein. Selbst die Henker fehlten nicht und man mußte schon aufpassen, daß man sich nichts zuschulden kommen ließ, um nicht in die Hände dieser finsteren Gesellen zu fallen. Fröhlichkeit war wieder Trumpf an diesem Abend und der Dank galt wie immer dem Vergnügungsausschuß, der sich so viel Mühe gegeben hatte, dieses Fest zu gestalten.

 

06.06.1946 – 06.06.1971   25 Jahre Gemischter Chor Die Leineweber“

Jahre, die nicht immer ganz leicht gewesen sind (Chorleiterwechsel), die aber dennoch viele Höhepunkte hatten, an die man gerne zurückdenkt.

 

Zitat aus der Chronik des Chores:

Daß wir unser 25 -jähriges Jubiläum feiern können, haben wir in erster Linie denen zu verdanken, die trotz schwerer Stunden innerer Zerrissenheit den Mut nicht aufgegeben haben, den Chor zusammenzuhalten.

Allen düsteren Prophezeiungen zum Trotz, die auch in jüngster Zeit noch den Chor auseinander bringen sollten: „Nun erst recht!“ So veranstalteten wir am 06.06.1971, genau 25 Jahre nach dem Gründungstage ein Singen im Botanischen Garten.

Die schönen Madrigale und Volkslieder europäischer Art nahmen die Zuhörer mit dankbarem Applaus hin. Das Wetter war uns zwar nicht wohlgesinnt - es war kühl und regnerisch -, aber unsere Stimmung ließen wir uns nicht verderben und zogen anschließend zusammen mit Kind und Kegel hinauf zur Hünenburg zum Erbsensuppe - Essen. Und siehe da, die Sonne hatte Erbarmen und lockte uns ins Freie. Viel zu schnell verging der Nachmittag mit Kinderspielen und gemütlichem Beisammensein.

Zitat Ende.

 

09.10.1971: Alle Mitglieder des Chores trafen sich im Hotel Wiebracht in Brackwede, um das 25-jährige Geburtstagsfest in festlichem Rahmen zu feiern. Eingeleitet wurde der Abend mit einem gemeinsamen Abendessen. Im offiziellen Teil wurden wieder einige Mitglieder geehrt, die 10 bzw. 20 Jahre lang dem Chor die Treue hielten. Aber im Mittelpunkt der Ehrungen standen 3 Chormitglieder, die vor 25 Jahren den Leineweberchor gegründet hatten. Es waren:

 

Edith Bunte, Edith König und Günter Abel.

 

Eine Rückschau in Versen rief noch einmal so manche Begebenheit der vergangenen Chorzeit ins Gedächtnis, und gab Gesprächsstoff in Hülle und Fülle: „Wißt Ihr noch?“ Mit Tanz und Spielen feierte man wieder ein rechtes Leineweber - Geburtstagsfest.

 

In der Chorarbeit ging es mit vollem Einsatz und unter Aufwand aller Kräfte weiter an die Durchführung des Jubiläumsjahres: das Konzert in der Oetkerhalle zusammen mit der Jugendmusikschule Bielefeld, die ihr 10-jähriges Bestehen feierte. Auf dem Programm standen  neben einigen alten, bekannten Liedern wie „Exultate Deo“ von Scarlatti. „Landsknechtsständchen“ von Di Lasso, natürlich auch allerlei neue. Nach der ersten Gemeinschaftsprobe war der Chor noch längst nicht davon überzeugt, daß es klappen würde, aber nach zwei weiteren Proben war man dann schon optimistischer. Mit Recht, wie es sich in dem Konzert am 13.11.1971 herausstellte. Die Oetkerhalle war mit ca. 1.200 Zuhörern gut besucht und der Kontakt zum Publikum war schnell hergestellt. Wenn auch das erste Chorwerk „Jubilate Deo“ von Lechner nicht so klang, wie es eigentlich sein sollte, so ließ man sich doch nicht verwirren. Der Beifall bewies, daß die Arbeit doch nicht umsonst war. Es hatte sich gelohnt, mit aller Kraft an den Proben zu diesem Konzert zu arbeiten (Sechs Sonderproben).

 

 24.10.1971: Vor dem großen Konzert nahm der Chor noch an einem Gemeinschaftskonzert verschiedener Chöre teil, das als Wertungssingen aufgezogen war. Die Beurteilung für den Liederzirkus von Pepping „Bei Tag und Nacht“ fiel sehr günstig aus und daraus folgend ermunterte man sich, an einem Leistungssingen teilzunehmen ( Kreis-, Bezirks-, Bundesleistungssingen). Mit dem Endziel: „Meisterchor des Sängerbundes NRW“.

 

28.11.1971: 1. Advent.

Das St. Hedwigswerk hatte den Chor kurzfristig gebeten, eine Feierstunde in Kassel mit Weihnachtsliedern zu umrahmen. Diese Aufgabe teilte sich der Chor mit Herrn Kantor Grohmann und der Sängerin Myriam Robbins von den Städtischen Bühnen Bielefeld.

 

05.12.1971: 2. Advent.

Wieder besuchte der Nikolaus die große Leineweber - Familie. An Stelle der sonst üblichen Papiertüten brachte der Nikolaus diesmal für die Kinder prall gefüllte Filzstiefelchen mit. Das war eine Überraschung.

Der dritte Advent war chorfrei.

 

19.12.1971: 3. Advent.

Der Chor brachte den Insassen des Lutherstiftes in der Kreuzstraße ein Weihnachtsständchen und sorgte somit für eine schöne weihnachtliche Stimmung .

 

Nachzutragen wäre: Ein Hochzeitsständchen, zwei Ständchen im Krankenhaus, ein Kegelabend .

Man kann also sagen, daß das Jahr 1971 zwar ein arbeitsreiches, aber auch ein erfolgreiches war. So behielten alle Mitglieder des Leineweberchores den nötigen Mut, weiterzumachen.

 

 

Jahreshauptversammlung 27.01.1972

 

Vorstand 1972:

1. Vorsitzende :           Erika Abel

2. Vorsitzender :          Klaus Köchel

Schriftführerin :           Renate Köchel

Kassiererin :                Edith König

 

25.05.1972: Anläßlich des „Tag des Liedes“ am 26.05.1972 wollte der Chor im Botanischen Garten Singen. Aber es mußte, bedingt durch anhaltenden Regen schnellstens umdisponiert werden. Also beglückte man die Bewohner des benachbarten Altenheimes St. Pius mit Madrigalen und europäischen Volksliedern. Sie waren dankbar für das unerwartete Ständchen. Der Chor wurde dabei unterstützt von den Richard Lörcher Oktett unter Leitung von Ernst Fortmann.

Abends trafen sich die Mitglieder des Chores am Kesselbrink, um gemeinsam mit dem Bus Richtung Brake zum Deelenfest zu fahren. Der Bus hielt schon unterwegs an einem Kinderspielplatz an, wo man mit Drehorgelmusik und Getränken empfangen wurde. Nach einem anschließenden, kurzen Spaziergang erreichte man das Ziel. Eine zwar kalte, aber reichlich geschmückte Scheune, wo man es sehr gut aushalten konnte.

Verschiedene Maßnahmen (Tanzen und Trinken) sorgten aber schnell dafür, daß die Kälte vergessen wurde. Man war sehr ausgelassen, ungezwungen und fröhlich.

Der Busfahrer, der die Mitglieder des Chores abholen wollte, mußte sehr viel Geduld aufbringen, bis endlich die ganze Gesellschaft verstaut war. Ein Chormitglied nahm sogar kurz vor der Heimfahrt ein erfrischendes Bad in einem Tümpel. Ganz freiwillig? Es war ein rundum gelungener Abend.

 

04.06.1972: Familienausflug mit Kind und Kegel wieder im Turnerheim des TV-Einigkeit in der Senne. Wetter: Großartig. Stimmung: dementsprechend  ausgezeichnet. Beteiligung: weniger gut. Lag es am guten Wetter?

 

19.06.1972: Anläßlich des 125-jährigen Bestehens der Kreissparkasse Bielefeld fand in Theater am alten Markt eine Feierstunde statt. Der Leineweberchor mußte wieder einmal – wie schon oft – kurzfristig einspringen, um die Feierstunde mit einigen Liedern zu umrahmen. Dieser Auftritt wurde , wie es zu diesem Zeitpunkt wohl niemand ahnen konnte, der letzte unter Herr Uhlichs Leitung.

Schon nach der Sommerpause fiel der langjährige Dirigent durch Krankheit aus. Diesmal war es eine Krankheit in so schwerer Form, daß eine Trennung einzig möglicher Ausweg war.

Ein Schritt, der Herr Uhlich selbst und den Vorstand wohl in besonderer Weise vor eine der schwierigsten Aufgaben stellte.

Zunächst standen noch drei Termine aus: Ein Konzert mit dem befreundeten Männergesangverein Wetter/Ruhr. Eine Feierstunde vom St. Hedwigswerk und das Weihnachtskonzert.

Das Konzert in Wetter wurde sofort abgesagt. Für das Mitwirken der Feierstunde vom St. Hedwigswerk probte man weiter unter Leitung des Chormitgliedes Günther Landwehr.

Schon nach wenigen Wochen fand man einen Ausweg. Der Oberstudienrat Haase - Experte in Sachen Chorarbeit - war bereit, sich des Chores anzunehmen. Schwungvoll und versiert ging er an die Arbeit und bereits nach drei Proben  bei dem ersten gemeinsamen Auftritt am

22.10.1972 bei der Feierstunde des St. Hedwigswerkes in der Oetkerhalle mit überwiegend Ostdeutschen Liedern.

 

07.10.1972: Das Stiftungsfest mußte aus terminlichen Gründen kurzfristig umgelegt werden. Ob sich dadurch die stattliche Teilnehmerzahl von 40 (Vierzig) ergeben hat? So wenig Platz zum Tanzen hatte man noch nie. Aber nett war es trotzdem.

 

Der Nikolaus besuchte in diesem Jahr die Kinder privat - es gab keine große Nikolausfeier. Wie man hörte, soll es sehr schön gewesen sein.

 

 

Jahreshauptversammlung am 27.01.1973

 

Vorstand 1973:

 

1.Vorsitzende :          Erika Abel

2.Vorsitzender :         Klaus Köchel

Schriftführer :

Kassiererin :              Edith König

 

24.02.1973: „Orientalische Nächte“ (sprich Kostümfest) im Hotel Wiebracht.

Bunt und fröhlich gekleidete Leineweber vergaßen eine Nacht lang ihre Sorgen und feierten ausgelassen in einem großartig geschmückten Saal. Sogar ein Separée mit Überraschungen gab´s. Einfach toll. Der Vergnügungsausschuß hatte sich natürlich wieder viel Mühe gegeben.

 

05.05.1973: Kreisleistungssingen in Arnsberg.

Mit nur 34 Chormitgliedern stellte man sich der ersten Prüfung auf dem Weg zum „Meisterchor“. Gesungen werden mußten ein Volkslied und ein Wahlchor.

 

Zitat aus einer Bielefelder Zeitung zu diesem Anlaß:

Die 34 Bielefelder Sängerinnen und Sänger unter ihrem Chorleiter Ulrich Haase erhielten für ihre Darbietung des Landsknechtsständchen von Orlando di Lasso die Note 2, und für den Liedvortrag „Gesegn dich, Laub“ von Jürg Baur sogar die Bestnote 1 zuerkannt. Sie rückten dadurch in die höhere Gruppe der Teilnehmer am nächsten Bezirksleistungssingen auf.

Zitat Ende.

 

Die Sängerinnen und Sänger dankten nach diesem Singen dem Chorleiter Ulrich Haase, der mit großer Unnachgiebigkeit und mühevollem Einsatz bei oft sehr schlecht besuchten Proben diesen Erfolg schaffte.

 

27.05.1973: Tag des Liedes

Auch in diesem Jahr verband man den Tag mit einem Familienausflug zur Hünenburg, wo man einige nette Stunden verbrachte - bei leckerer Erbsensuppe und vielen Spielen für groß und klein oder einfachem Nichtstun.

Morgens - als Auftakt - erfreute der Chor im Botanischen Garten (zusammen mit den Bläsern des Richard Lörcher Oktetts) bei strahlendem Sonnenschein viele Zuhörer mit Madrigalen und Volksliedern. Zur großen Freude der Chormitglieder dirigierte zum Abschluß als "Gast" der frühere Chorleiter Ted Uhlich „Ein Musicus wollt fröhlich sein“.

 

Am 05.09.1973 verstarb Herr Uhlich.

 

Der Vorstand des Chores bat eine Bielefelder Tageszeitung, folgenden Text zu veröffentlichen:

 

Zitat:

 

Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Chorleiter.

 

                                            Herr Theodor Uhlich

 

In den 15 Jahren seiner Dirigententätigkeit hat er mit seiner dynamischen Künstlernatur das musikalische Bild unseres Chores geprägt.

 

Als er sich vor einem knappen Jahr - gezwungen durch seine Erkrankung - schweren Herzens entschloß, die Arbeit mit dem Chor aus den Händen zu legen, blieben die menschlichen Kontakte unverändert bestehen. Die ihm verliehene Ehrenmitgliedschaft war dafür ein äußeres Zeichen.

 

Nun ist dieser Mensch, dessen Stil von mitreißendem Temperament und spontaner Eingebung geprägt war, von uns gegangen.

 

Wir haben einen Freund verloren.

                                                                       Gem. Chor " Die Leineweber "

 

Zitat Ende.

 

Dieser Text erschien im Westfalen Blatt am 12.September 1973.

Für den Chor war es eine traurige, aber selbstverständliche Pflicht, bei der musikalischen Umrahmung der Trauerfeier mitzuwirken. Noch einmal sangen ihm seine Leineweber „Jubilate deo“(von di Lasso) und „Exultate deo“ (von Scarlatti).

 

Der Probenbesuch nach der Sommerpause ließ sehr zu wünschen übrig. Sehr zum Leidwesen der immer getreuen und natürlich des Chorleiters, so daß wieder einmal für das Weihnachtsprogramm etliche Sonderproben eingelegt werden mußten.

 

Aber vorher feierte man am 18.08.1973 das Stiftungsfest, das wieder als Deelenfest arrangiert wurde. An einem herrlichen Sommerabend brachte der Bus die Mitglieder des Chores wieder bis kurz vor das Ziel. Nach einem Spaziergang durch Wald und Feld mit Marschverpflegung im Bollerwagen wurde dann bei Bratwurst, Spiel und Tanz wieder ein zünftiges Fest gefeiert. Als der Busfahrer endlich auch die Unentwegtesten zusammenhatte, wurde die Heimreise angetreten.

 

In der Vorweihnachtszeit war der Chor sehr beschäftigt und sang seine „Musik zur Weihnacht“.

Am 02.12.1973 um 15.30 Uhr in Kammeratsheide

Am 02.12.1973 um 18.00 Uhr in Stieghorst

Am 05.12.1973 um 20.00 Uhr in der Altstädter Nicolaikirche

Am 15.12.1973 um 20.00 Uhr in Leopoldshöhe

Der Besuch, zum Teil bedingt durch das Sonntagsfahrverbot war sehr unterschiedlich.

An der Orgel spielte Herr Kantor Grohmann und sein Sohn Christoph. Ebenfalls wieder dabei waren die Bläser des Richard Lörcher Oktetts unter Leitung von Ernst Fortmann, denen das Zusammen musizieren mit dem Chor doch leichte Schwierigkeiten bereitete. Aber alles in allem gesehen waren die Weihnachtskonzerte ein schöner Erfolg, zumal sich wieder einmal einige sehr schwierige Chorsätze im Programm befanden. z.B. „Heiland, reiß die Himmel auf“.

 

Am 23.12.1973 brachte man den Bewohnern des Altenheimes St. Pius wieder ein weihnachtliches Ständchen.

 

Zitat aus der Chronik:

Wir sind immer wieder froh, wenn wir sehen, wieviel Freude wir mit unseren Liedern bringen.

Zitat Ende.

 

Zu vermerken sei zum Schluß des Jahres 1973:

Drei Kegelabende fanden statt, die nach wie vor beliebt sind (aus sportlicher oder gesellschaftlicher Hinsicht?) und das „Leineweber-Standesamt“ verzeichnete im Nachwuchsregister einen männlichen Nachkommen. Tenor oder Bass - das ist hier die Frage, die aber erst die Zukunft beantworten kann.

 

 

Jahreshauptversammlung am 26.01.1974

 

Vorstand 1974:

 

1. Vorsitzende :           Erika Abel

2. Vorsitzender :          Klaus Köchel

Schriftführer :             

Kassiererin :                Edith König

 

09.02.1974: Kostümfest im Stammlokal Stüwe. Motto: Nachtjackenviertel.

Es war wirklich eine tolle Party mit alten Klamotten voller Rüschen und Spitzen. Dazu viel Schwung und Unfug der gutgelaunten Teilnehmer.

 

16.03.1974: Bezirksleistungssingen in Schwerte.

Intensive Chorarbeit war bis zu diesem Termin zu leisten, denn man wollte sehr gern auch die Leistungsstufe II erfolgreich abschließen. Das gelang auch. Der Aufgabechor „In den besten Jahren“ von Hans Heinrichs und der Wahlchor „Herbstlied“ wurden jeweils mit „sehr gut“ bewertet. Gedankt wurde danach speziell Herrn Haase, der mit liebenswürdiger Zähigkeit zu diesem hervorragenden Ergebnis führte.

 

06.04.1974: An diesem Tage fuhr der Chor wieder zum Männergesangsverein Wetter/Ruhr anläßlich des 11-jährigen Bestehens dieses Chores. Gern war man dieser Einladung zu einem Konzert in- und ausländischer Volkslieder gefolgt. Daß man anschließend in gemütlicher Runde zusammensaß, versteht sich.

 

Der19.05.1974 brachte den wohl ungewöhnlichsten öffentlichen Auftritt der bisherigen Chorgeschichte. Aufgrund einer Fehlorganisation (Mißverständnisse) hatte man in Bünde auf einer Wiese anläßlich eines Volksfestes das zweifelhafte Vergnügen, singend gegen die Übermacht von Kirmesmusik und Bratwurstverkauf anzukämpfen. Ein Ereignis, das sich am besten mit Humor ertragen ließ.

 

26.05.1974: Tag des Liedes. Singen im Botanischen Garten.

Zusammen mit dem Richard Lörcher Oktett erfreute der Chor morgens seine zahlreichen Zuhörer mit einem bunten, frohen Programm. Anschließend wanderte man wieder gemeinsam zur Hünenburg, wo bei Erbsensuppe, Kaffee, Kuchen und vielen Spielen für groß und klein einige frohe Stunden verbracht wurden. Eben ein echter Leineweber-Familientag.

 

11.07.1974: Chorkonzert im Ceciliengymnasium.

Begleiter und Solist am Flügel: Christoph Grohmann. Gesungen wurden alte Madrigale, vierstimmige Gesänge von Haydn, einem Zyklus aus der Romantik, vier slowakische Bauernlieder von Bartok, den Zyklus „Bei Tag und Nacht“ von Pepping und noch viel mehr. Obgleich die Besucherzahl leider hinter den Erwartungen zurückblieb, war dieses Konzert von der chorischen Arbeit her gesehen ein schöner Erfolg.

 

22.09.1974: Fahrt ins Blaue.